101 Fehlermeldung. Über Ihre psychischen Probleme kann derzeit leider nicht geredet werden. Wir versuchen dieses Problem für Sie schnellstmöglich zu beheben. – C

Als ich darüber nachgedacht habe, einen Blog zu erstellen und mir endlich wieder über sinnvolle Dinge den Kopf zu zerbrechen, wollte ich sofort über ein ganz spezielles Thema schreiben: mentale Erkrankungen. Und alles was dazu gehört: Selbstliebe und Zweifel, Ängste, Intoleranz, Akzeptanz und Hilfe. Generell möchte ich Menschen, mit denen ich viel Zeit verbringe, ein gutes Gefühl geben und für Andere da sein. Ein Blog ist eine tolle Möglichkeit, dachte ich. Da kann ich dem Leser – dir nämlich – zeigen, dass du nicht alleine bist mit deinen Gefühlen. Ich kann dir erzählen, was mir passiert ist und vielleicht kann ich dir in die eine oder andere Sache einen Einblick geben, den du so bisher noch nicht hattest. Vielleicht (hoffentlich) kann ich dir die Angst vor bestimmen Schritten, Gesprächen und Anrufen nehmen, die auf mich zugekommen sind, als ich mich mit meinen psychischen Erkrankungen auseinandergesetzt habe.

Klingt erstmal löblich, dachte ich. Aber jetzt, wo ich an meinem ersten Post sitze, fühlt sich das Alles plötzlich ganz schön befremdlich an. Fast ein bisschen gefährlich. Vielleicht will das, was du zu sagen hast, gar keiner lesen. Vielleicht katapultierst du dich mal wieder in eine ganz falsche Richtung, hoch hinaus, um letztlich auf einem großen Scheiterhaufen zu landen, geht es mir durch den Kopf. Darüber nachgedacht, was diese Offenheit für mich bedeuten könnte, habe ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Dir fällt es doch schon schwer mit deiner Familie über deine Depressionen (etc.) zu reden, wieso glaubst du, dass es einfacher wird, wenn du dich der gesamten deutschsprachigen Welt stellst? Gute Frage.

Und die Antwort?

Einer muss ja.

Die Welt hat eine riesige Kommunikationsstörung wenn es um das Thema mentale Erkrankungen geht. Das bekomme ich jeden Tag zu spüren. Regelmäßig begegne ich Vorurteilen und Vorwürfen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. „Du bist immer so gut drauf, wenn wir uns sehen. Du kannst keine Depression haben.“ – „Burnout? Das haben sich Leute ausgedacht, die keine Lust haben arbeiten zu gehen.“ – „Menschen mit Essstörung sehen ganz anders aus als du. Viel dünner.“ – „Hab dich doch nicht so. Wenn du ein echtes Problem hättest, würdest du gar nicht darüber reden. Du willst doch nur Aufmerksamkeit.“

Letzteres ist falsch und richtig zugleich. Ich will Aufmerksamkeit. Ich will einen dicken fetten Scheinwerfer auf dieses Problem richten. Und ich will mit all den falschen und verletzenden Aussagen aufräumen, die ich mir so häufig in meinem Umfeld anhören muss.

Ich habe in den letzten 6 Jahren hart dafür gearbeitet, meine psychischen Erkrankungen zu erkennen, zu akzeptieren, zu behandeln und eben auch über meine Probleme zu reden. Das war nicht leicht und ich bin noch immer nicht am Ziel angekommen, sondern momentan mitten in meiner dritten Psychotherapie. Auf dem Weg hierher habe ich aber auch einiges an Erfahrung über das Thema ‚Mental Health‘ mitgenommen und daran möchte ich dich Stück für Stück teilhaben lassen. In der Hoffnung, dass du dich beim Lesen verstanden und weniger allein fühlst.

Wenn du dich gerade in einer Phase deines Lebens befindest, in der du mit einer oder mehreren psychischen Erkrankungen zu kämpfen hast, such dir bitte Hilfe, egal ob bei Freunden, Familie oder bei professionellen Einrichtungen. Niemand sollte diesen Kampf allein austragen müssen. Gemeinsam sind wir stärker.

Deine Celine

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