Ich setze ab. – Teil 1 – C

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Beinahe neun Jahre habe ich mittlerweile die Pille genommen und jetzt ist der Moment gekommen, an dem ich einen Schlussstrich unter hormonelle Verhütungsmittel setzen möchte.

Warum?

Ich habe im letzten Jahr eine Art Trend beobachtet. Immer wieder habe ich in sozialen Netzwerken gelesen, dass Mädchen und junge Frauen die Pille wieder absetzen. Ich habe Worte wie schädlich, Hormonchaos, unnatürlich, überlastete Leber, Schilddrüse und Psyche gelesen. Und ich dachte mir: Die übertreiben doch alle. So schlimm kann das überhaupt nicht sein. Schließlich nehmen so viele Mädchen und Frauen die Pille. Meine Gynäkologin hat mir dieses Verhütungsmittel schließlich verschrieben, als ich 14 war. Man verschreibt doch Kindern nicht, was ihnen schaden könnte.

Vorletztes Jahr bekam meine Mama dann die Diagnose Brustkrebs und im Laufe der Behandlung riet ihre Ärztin (als sie von mir erfuhr) ich solle die Pille absetzen und möglichst auf eine hormonfreie Verhütung umstellen. Ich war verwundert. Diese Frau kannte sich schließlich auf ihrem Gebiet besonders gut aus, oder? Ich ging zu meiner eigenen Gynäkologin in Dresden, erklärte ihr die Umstände und fragte nach: Soll ich die Pille lieber absetzen? Kann sie irgendwelche starken negativen Folgen für meinen Körper haben?

Die Antwort: Nein, auf keinen Fall. Die Pille sei das beste Verhütungsmittel und meine Pille sei außerdem so niedrig dosiert, dass sie kaum Auswirkungen auf den Körper hätte.

Ich war noch verwirrter, vertraute aber vorerst meiner Gynäkologin in Dresden. Schließlich kennt sie mich und meine Dosierung besser als eine fremde Ärztin. Sie weiß von meiner psychischen Situation und meiner Schilddrüsenunterfunktion. Könnte man meine Beschwerden mit der Pille in Verbindung bringen, hätte sie mir das doch gesagt.

Trotzdem fragte ich mich: Warum gehen die Meinungen der Ärztinnen soweit auseinander?

Das erste Mal in all der Zeit, seit ich die Pille nehme, habe ich angefangen, darüber nachzudenken, was dieses Medikament eigentlich in meinem Körper bewirkt und mir fiel auf:

ICH HABE KEINE AHNUNG.

Also zumindest nicht so richtig. Ich wusste von ein paar Nebenwirkungen, die die Pille haben kann: Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Stimmungsschwankungen… und ich dachte zu wissen, dass die Pille meinem Körper vorspielt, ich sei die ganze Zeit über schwanger. Weiterhin fiel mir auf, dass ich im Allgemeinen nicht so richtig viel über mich und meinen eigenen Zyklus weiß. Wie lang geht mein Zyklus und wann genau hätte ich meinen Eisprung, wenn ich nicht mit der Pille verhüten würde? Was sind das für Hormone, die in meiner Pille drin stecken?

Ich habe begonnen, mich online dazu zu belesen und ich habe sogar einige Podcasts gefunden, die sich mit dem Thema beschäftigen, darunter zum Beispiel eine Folge im Leben lieben und Liebe leben Podcast, den Steffi euch bereits vorgestellt hat. Auch die Mädels von GenerationPille (die sowohl einen Podcast, als ich eine Website und eine Instagram Account haben), haben mir dazu extrem viele Infos geliefert. So fand ich zum Beispiel heraus, dass eine Schilddrüsenunterfunktion keine seltene Nebenwirkung der Pilleneinnahme ist und auch Depressionen mit der hormonellen Verhütung im Zusammenhang stehen können.

Ich möchte jetzt hier gar nicht genauer auf all die biologischen Vorgänge eingehen, die mit der Pilleneinnahme in Verbindung stehen (das können zum Beispiel Isabel und Sina von GenerationPille viel besser als ich), nur so viel sei gesagt: Viele der geschilderten Probleme, die durch eine hormonelle Verhütung entstehen können, habe ich bei mir entdeckt. Ich habe mich nach 9 Jahren erstmals bewusst mit diesem Teil meiner Selbst auseinander gesetzt und schon jetzt soooooo unglaublich viel dazu gelernt. Nicht nur habe ich daraufhin beschlossen nach so langer Zeit in angenehmer Gewohnheit und Pillen-Sicherheit meine Komfort-Zone zu verlassen und meinen natürlichen Zyklus (wohl zum ersten Mal in meinem Leben) zu entdecken. Alles, was ich bei meinen Recherchen über mich und meinen Körper herausgefunden habe, war auch noch super spannend.

Ich konnte jetzt tatsächlich besten Wissens eine eigene Entscheidung für mich und meine Verhütung treffen und fühle mich nicht nur richtig gut, sondern in diesem bestimmten Thema nicht mehr so fremdgesteuert wie früher.

Auch wenn sich nicht mit Sicherheit sagen lässt, ob meine Beschwerden zwangsläufig mit der langjährigen Pilleneinnahme zusammenhängen, bin ich jetzt sehr gespannt darauf, wie mein Körper und mein Wohlbefinden auf das Absetzen der Pille reagieren!


Mich würde allerdings auch interessieren:

Wie verhütet ihr? Und wusstest ihr bis jetzt auch so wenig über die Wirkungsweise der Pille wie ich?

Schreibt es in die Kommentare! ♥️

Eure Celine

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