Vom introvertiert oder extrovertiert sein. Aber warum eigentlich „oder?“ -S

Warnung! Dieser Beitrag enthält super viel Gedanken-Wirrwarr und ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob mich überhaupt jemand versteht. Stellt euch doch einfach mal selbst auf die Probe und versucht’s, vielleicht geht es euch ja genauso und ich bin doch nicht ganz so verwirrt, wie ich denke.

Ich habe neulich mal wieder, während einer Vorlesung – shame on me, Blogs durchstöbert und mich in meine kleine Gedankenwelt begeben. Dabei bin ich auf die Begriffe der Intro- und Extrovertiertheit gestoßen, die mir mal ganz anders aufgezeigt wurden und bin dann durch gefühlt einhundert Beiträge gestolpert, die sich alle um diese beiden Begriffe drehen.

Ich habe mich niemals ganz zu einer der Gruppen zugehörig gefühlt. Der Duden sagt mir, dass extrovertierte Menschen aufgeschlossen, gesellig, kontaktfreudig seien, während introvertiert sowas wie „nach innen gekehrt“ oder „verschlossen“ bedeuten soll. Mein Kopf, mein mir eingetrichtertes Wissen, oder das was ich dafür halte, sagt mir, dass introvertierte Menschen sich konsequent zurückziehen und niemals laut sind und extrovertierte Menschen greifen jede Gelegenheit beim Schopf, machen sich stets bemerkbar und auch manchmal etwas unbequem. Okay. Schön und gut, bin ich alles ein bisschen aber irgendwie auch so überhaupt nicht.

Die Artikel von denen ich eben schon sprach sagen mir Folgendes:

Diese Begriffe beschreiben vor allem, woher man seine Energie nimmt. Introvertierte Menschen müssen in Ruhe ihre Energie aufladen, indem sie ein Buch lesen, mutterseelenallein auf der Couch in die Luft starren, Fernsehen, Musik hören. Diese Energie können sie dann sozial verpulvern, bis sie eben wieder aufgeladen werden muss. Extrovertierte Menschen hingegen laden ihre Energie in ebendiesen sozialen Situationen auf, quasi indem sie sich mit Freunden treffen oder feiern gehen. Ein Begriff von Do & Live ist mir da im Gedächtnis geblieben: „Extrovertierter Introvert“. Klingt erstmal komisch, fremd, paradox aber doch irgendwie poetisch und in gewisser Weise logisch, wenn man erstmal darüber nachdenkt was das denn bedeutet. Kennt ihr das? Ihr könnt nicht wirklich beschreiben wie es euch geht, wie ihr euch fühlt, dann fällt an irgendeiner Stelle ein Wort, eine Beschreibung die genau das ausdrückt, was ihr nicht konntet und dann denkt ihr euch nur: „Jawoll, das ist es. Genau so fühle ich mich und nicht anders.“. So als läge euch ein Name auf der Zunge, den ihr einfach nicht laut aussprechen könnt aber eigentlich doch wisst welchen ihr meint, dann hört ihr den irgendwo und auf einmal fällt‘s euch wie Schuppen von den Augen. Was soll ich sagen, so ging es mir mit diesem Begriff der lieben Diana.

Ich liebe liebe liebe Menschen, meine Freunde und Familie vor allem, und hab eigentlich ganz oft Lust etwas cooles zu unternehmen. Ich hab dann auch Spaß, lache, manchmal weine ich sogar vor lachen, laufe viel und power mich richtig aus – körperlich und sozial. Aber irgendwann ist Ende im Gelände. Ich brauche dann meine Ruhe, muss meine Energie aufladen und dafür brauche ich eben mein Alleinsein oder eben mal nicht interagieren. Wenn diese Energie nicht aufgeladen ist hab ich manchmal auch einfach keine Lust irgendwas zu unternehmen. Ich bin also nur ein bisschen in mich gekehrt, nur manchmal, nur ein bisschen gesellig und nur ein bisschen verschlossen – je nachdem wie voll meine Energie gerade ist. Momentan lade ich die auch sehr gern mit Schreiben auf. Ich lasse dann einfach alle überschüssigen Spam- und Trash-Infos raus, um mehr Platz und mehr Klarheit zu bekommen für mehr soziale Energie. Dann bin ich meist so motiviert dass ich am liebsten raus rennen und in den Himmel gucken und Freunde treffen mag.

Dann hab ich wieder Phasen, in denen meine Energie so weit ins Minus gegangen ist dass ich mich erstmal eine Woche lang zurückziehen muss um aufzutanken. Habe dann meistens ein tierisch schlechtes Gewissen weil ich meine Freunde gerade eigentlich nicht so gern sehen mag – nicht ihretwegen oder weil ich sie nicht mehr lieb hab, sondern weil ich mich eben auch lieb hab. Also, Freunde, wenn ihr das lesen solltet: Hab euch immer lieb natürlich, bin eben nur manchmal meine unsoziale Version, aber das geht auch wieder vorbei. ❤️

Lange Rede kurzer Sinn: Wenn wir uns in so vielen anderen Belangen einig sind, dass es eben kein pures Schwarz-Weiß gibt sondern eine Million Grautöne, warum dann nicht auch hierbei? Kann ich nicht beides sein? Introvertiert und extrovertiert? Oder vielleicht eben keins von beidem?

Kann ich. Bin ich nämlich schon. Finde ich auch wirklich gut so, weil ich ja ein Mensch bin der nicht wie eine Maschine nach Schemen und Regeln funktioniert sondern nach dem Zusammenspiel von so so vielen Einflüssen, die man eigentlich gar nicht alle in Betracht ziehen kann, wenn man mal nach einer Erklärung sucht.

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