“Aha, und was möchtest du damit später mal machen?” – vom Loslösen und planlos sein -S

Als Studierende des “Irgendwas mit Medien”-Studiengangs höre ich diese Frage gefühlt jedes Mal, wenn ich über mein Studium spreche. Irgendwann habe ich eine ganz feste Antwort entwickelt, mit der sich die meisten dann endlich zufrieden geben. “Das weiß ich noch nicht. Man kann damit eigentlich alles werden, was mit Medien zu tun hat. Ich denke, das werde ich mithilfe der Seminare schon noch herausfinden.”.

Aber jetzt mal ehrlich, ist es nicht egal?

Momentan bin ich mir nicht hundertprozentig sicher, wie ich meine Zukunft mal gestalten möchte. Vielleicht schließe ich nochmal ein Studium an, vielleicht auch eine Ausbildung. Da ich meine Seele an das Bafög-Amt verkauft habe bin ich diesbezüglich etwas eingeschränkt. Mein Studium sollte ich eigentlich schon innerhalb der vorgesehenen 6 Semester abschließen und mich an die Studienordnung halten, aber darin sehe ich gerade nicht das Problem. Aber muss ich denn sofort nach dem Studium arbeiten gehen? Als ich anfing zu studieren war das tatsächlich mein Plan. Ich habe keinen Sinn darin gesehen das alles noch hinauszuzögern. Lieber gleich rein in den Berufsalltag, 5-Jahresplan befolgen und bitte nicht aus der Reihe tanzen.

Jetzt klingt das mit dem Tanzen aber eigentlich sehr verlockend. Ich will mich nicht vor harter Arbeit drücken oder faulenzen, sondern meinen Weg finden. Zur Zeit habe ich mit Celine diesen Blog am laufen, fange dauernd neue Artikel an die ich letztendlich doch nicht fertigstelle, manchmal fließen die Gedanken nur so aus mir heraus und kaum dass ich mich versehe ist der Beitrag fertig zum Upload. Ich fotografiere gern, meistens dann wenn keiner, auch nicht ich selbst, etwas von mir erwartet, ich lebe gerade so im Moment. Schaue mich auch nach einem Job um, um mir mehr Freiheit zu ermöglichen. Klingt irgendwie doof, oder? Ein Arbeitsverhältnis einzugehen, einen festen Vertrag, um frei zu sein? Ja, genau. Ich möchte mir Erlebnisse und Abenteuer finanziell ermöglichen. Ich würde manchmal einfach gern über’s Wochenende weg fahren, in die Sonne, aber das Geld fehlt dann meistens doch. Habe immer wieder Gelegenheitsjobs, die mir manchmal Geld bringen, aber das ist mir mittlerweile doch zu unregelmäßig.

Mein Leben sieht ein wenig so aus wie mein Desktop – alles irgendwie verstreut, viel verschiedenes, irgendwo doch eine Ordnung drin die nur ich durchschaue, manchmal auch nicht. Aber so ist das auch ganz okay. Wann chaotisch und unwissend sein, wenn nicht jetzt? Solange ich nicht Nichts mache bin ich ziemlich zufrieden mit der Art und Weise wie gerade alles läuft. Lerne auch ein bisschen, mich nicht mehr so an Pläne und gewohnte Abläufe zu halten. Ich war sonst immer ein Mensch der seinen Gewohnheiten treu bleiben wollte, weil das immer ganz einfach war, kannte ich ja schon. Je länger ich aber in Dresden bin und Neues erfahre desto mehr merke ich, wie schön es doch so ohne Plan sein kann. Ich hatte auch so lange so große Angst vor großen Reisen, weil ich einfach dachte, dass das nicht mein Ding sei. Ich wurde also zum Typ Mensch, der einfach nicht gern reist, und diesem Typ entsprechend habe ich meine Gedanken, Pläne und Wünsche orientiert.

Seit ich mit meinem Freund zusammen bin hat sich das ein wenig geändert. Der schaut sich nämlich liebend gern Reise-Vlogs an von ganz tollen und magischen Orten wie Thailand. Wir planen gerade auch schon so ein bisschen unseren Sommerurlaub in Barcelona und ich kann mir eigentlich nichts schöneres mehr vorstellen, als mit tollen Menschen, wie ihm oder meinen Freunden, neue Orte zu entdecken! Vielleicht bin ich irgendwann auch so weit mal gleich ein halbes oder auch ein ganzes Jahr lang durch die Welt zu tingeln.

Generell komme ich gerade einfach ganz viel aus meiner Komfort-Zone heraus. Ich wollte nie ein Tattoo, Reisen schon gar nicht und Fahrradfahren in Dresden machte mir grundsätzlich Angst (wahrscheinlich, weil ich aus einem Ort komme, in dem man sich tagsüber auf die Straße legen kann, weil ja sowieso kein Auto kommt – aber wer weiß das schon). Ich dachte immer nur an die schlimmen Dinge die passieren können und habe es abgelehnt das zu wollen. Jetzt kann ich es kaum noch abwarten mir mein erstes Tattoo stechen zu lassen und zu reisen und fahre auch endlich endlich Fahrrad. Bin seitdem immer ganz schnell von A nach B. Beste Entscheidung bisher.

Alles nichts Großes, aber für mich zumindest ein Anfang. Dieser kleine Freiheitswind nimmt mir so ein bisschen die Furcht vor der Ungewissheit und treibt mich mehr in diese “Was soll’s?”-Zone. Wie cool wäre es bitte, wenn ich meinen Kindern später auch von meinen Fehlern erzählen kann und dass kein Mensch perfekt ist? Dass ich ein Tattoo habe, welches ich eigentlich gar nicht mehr so cool finde wie damals oder dass ich auf einer Reise ein total dreckiges Hotel erwischt habe und dass das aber der beste Urlaub aller Zeiten war, weil wir das beste draus gemacht haben.

Also, Notiz an mich selbst: Mehr wagen, mehr fallen und mehr aufstehen und draus lernen. Hab ja nur dieses eine Leben und nur diese eine Jugend um mich auszuprobieren. Raus aus der Schublade und rein in die Ungewissheit. ❤️

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