Fazit – S+C

Als Nachtrag zu unserer Themenwoche über sexuelle Belästigung möchten wir noch einmal zusammenfassen, was uns am meisten bewegt hat und was wir uns aus diesen emotionalen Tagen mitnehmen…

Celine:

Ich glaube, ich habe mir vor allem zwei Erkenntnisse aus dieser Woche mitgenommen:

1. Wir werden sexuelle Belästigung nicht in den nächsten Tagen/Wochen/Monaten/Jahren loswerden. Wir werden nicht von heute auf morgen die Gedanken und Handlungen anderer Personen verändern. Diese Vorstellung finde ich nicht nur enorm frustrierend, sondern sie macht mich auch unheimlich wütend.

2. Wenn wir sexuelle Belästigung nicht in Luft auflösen können, dann müssen wir dafür sorgen, dass Menschen, die sexuell belästigen darauf hingewiesen werden, dass das nicht nur absolut daneben und unheimlich respektlos ist, sondern auch verletzend und sogar traumatisiertend sein kann. Sexuelle Belästigung ist keine Bagatelle und schon gar kein Kompliment.

Opfer sexueller Belästigung sind in dem Moment, in dem diese passiert, oft überfordert und nicht immer in der Lage sich selbst zu verteidigen. Deswegen sollten wir aufmerksam durchs Leben gehen und in genau solchen Situationen wie sie z.B. Jule passiert sind, unterstützend zur Seite stehen. Auch wenn es sich bei den Betroffenen um Fremde handelt. Denn zusammen sind wir stärker. Es hat mir Gänsehaut verursacht, als Jule berichtet hat, dass niemand in ihrer Umgebung die Zivilcourage bewiesen und sich hinter sie gestellt hat.

Steffi:

Dass ich nicht Schuld bin, ich mich kleiden und schminken kann wie ich möchte und keiner ein Recht hat, mich auf sexueller Ebene zu berühren oder anzusprechen, ohne dass ich es möchte.

So blöd es klingt – ich brauchte erst diese Woche, um das zu verinnerlichen. Ich musste mich erst mit den Erlebnissen von mir und anderen auseinandersetzen, um wirklich zu verstehen, dass ich nicht alles tolerieren muss, was mir passiert.

Diese Woche hat mich bewegt, was nicht zuletzt all den Nachrichten mit Erfahrungen geschuldet ist, die wir erhalten haben.

Aber auch euer Feedback hat einiges wach gerüttelt. Es haben mir Menschen geschrieben, von denen ich es nicht erwartet habe, nur um mir mitzuteilen, dass ich, beziehungsweise wir, nicht allein sind und dass wir gehört werden. Wir haben sozusagen eine kleine, aber feine Community, die eine sehr angenehme Denkweise teilt und bei der wir uns wohl fühlen. Weil es aber nicht bei diesem kleinen Kreis bleiben soll, der sich mit sexueller Belästigung und den Strukturen auseinandersetzt, müssen wir alle ein wenig Aufklärung betreiben.

Über sexuelle Belästigung und Übergriffe muss gesprochen werden. Es muss einfach. Wenn wir nicht darüber sprechen bieten wir denen einen Raum, die sich nicht zu benehmen wissen, die die Privatsphäre, die Freiheit und den Körper einer anderen Personen nicht zu achten wissen. Sexuelle Belästigung sollte mit einem riesigen, grellen und extra stinkenden Marker versehen werden, damit die Täter vielleicht endlich anfangen, Schuld zu empfinden, Scham und Angst – so wie viele Opfer auch.

Wir:

Wir möchten euch riesig für eure Anwesenheit, eure Likes, eure Nachrichten, euer Vertrauen danken. Danke an alle, die unsere Beiträge und Stories mit ihren Freunden und Bekannten geteilt haben. Danke an alle, die uns ihre Geschichte erzählt haben und uns erlaubt haben diese mit der Welt zu teilen.

Danke!