Ich setze ab – Teil 2 – C

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Hey ihr Mäuse!

Wie einige von euch vielleicht mitbekommen haben, habe ich im April diesen Jahres die Pille abgesetzt. Nicht etwa aufgrund eines Kinderwunsches, sondern u.a. weil ich mich intensiv mit den Nebenwirkungen dieses Vergütungmittels (und allgemein hormoneller Verhütungmethoden) auseinandergesetzt habe. In meinem Post „Ich setze ab – Teil 1“ habe ich euch geschildert, was mich zu meiner Entscheidung bewegt hat. Wer diesen Teil noch nicht kennt, sollte unbedingt nochmal da vorbei schauen!

Heute möchte ich euch ein kleines Feedback geben. Was mich vor dem Absetzen belastet hat, waren nicht nur die Nebenwirkungen, die ich vom Einnehmen der Pille zu spüren bekomme, sondern auch, was mit mir und meinem Körper passiert, wenn ich die hormonelle Verhütung beende. Ich habe auch hier viele Horrorgeschichten gehört und gelesen: schlimme Akne, extreme Gewichtszunahme, starke Stimmungschwankungen, Haarausfall, ständige Zwischenblutungen, stärkere Regelschmerzen, Ausbleiben der Regel für mehrere Monate, bis der Körper seinen natürlichen Zyklus wieder gefunden hat undsoweiterundsofort. Das hat mir natürlich Sorgen bereitet. Ich hatte das Gefühl, dass jeder Mensch, mit dem ich über dieses Thema geredet habe, mindestens eine, meistens mehrere dieser Nebenwirkungen zu spüren bekommen hat.

Natürlich kann ich euch heute nur von meinem eigenen Erlebnissen erzählen und euch nicht garantieren, dass es, solltet ihr die Pille absetzen, bei euch genauso läuft. Wie euer Körper auf diese Umstellung reagiert hängt nämlich von extrem vielen verschiedenen Faktoren ab: z.B. Ernährungsweise, Nikotin- und Alkoholkonsum, persönlicher Vitamin- und Mineralstoffhaushalt, Schlafgewohnheiten…

Ich für meinen Teil rauche seit eineinhalb Jahren nicht mehr, trinke nur selten Alkohol, ernähre mich aber nicht sonderlich ausgewogen oder gesund. Ich esse ziemlich viele Süßigkeiten, schiebe mir regelmäßig mal ein Pizzabaguette in den Ofen und kosumiere immer mal wieder tolle Limos, davon natürlich auch die schlimmen Zero-Varianten. Ich schlafe im Schnitt 7 bis 8 Stunden. Ich habe mir in den letzten 9 Jahren noch nie Gesichtsreinigung gekauft und habe mich auch abends NIE abgeschminkt. Ich bin also gewiss keine Vorzeigeschülerin.

Folgende Veränderungen habe ich nach dem Absetzen der Pille bemerkt:

Ich habe etwas an Gewicht zugenommen (vielleicht 2 oder 3 Kilo?). Meine Haut ist definitiv ein bisschen schlechter geworden. Auch wenn ich mir morgens und abends das Gesicht sauber mache, habe ich immer mal wieder am nächsten Morgen einen Pickel auf der Nase oder auf der Stirn, es kann allerdings auf gar keinen Fall von einer starken Verschlechterung gesprochen werden. Ich muss auch dazu sagen, dass ich mich jeden Tag relativ stark schminke und es meiner Haut wahrscheinlich deutlich besser gehen könnte, wenn ich mich mehr bemühen würde.

Zwischenzeitlich hatte ich mit leichtem Haarausfall zu kämpfen. Das habe ich anhand dessen, was sich in meinen Bürsten gesammelt hat, durchaus erkennen können. Ich habe dann kurz ein entsprechendes Shampoo verwendet, dass die Haarwurzeln neu aktivieren soll. Dies hat zwar gegen den Haarausfall geholfen, meinen Haaren aber sonst nicht besonders gut getan. Deswegen habe ich mich nach einiger Zeit ‚getraut‘ wieder umzustellen und bin auch jetzt sehr zufrieden mit einem veganen Produkt ohne Parabene und Silikone. Meine Haare haben sich wieder erholt und sind jetzt nach 8 Monaten wieder genau wie vor dem Absetzen der Pille.

Jetzt zu meiner Stimmung. Im letzten Jahr wurde bei mir eine Depression diagnostiziert. Dies war auch ein kleiner Teilgrund, der mich dazu bewegt hat, die Pille abzusetzen. Da ich schon seit meiner Jugend Probleme mit psychischen Erkrankungen habe/hatte, und eben auch mit 14 die Pille verschrieben bekam, könnte es durchaus sein, dass die hormonelle Verhütung meine depressiven Verstimmungen in der Vergangenheit verstärkt hat. Im letzten Jahr habe ich eine Psychotherapie gemacht, die mir sehr geholfen hat. Daher fällt es mir jetzt natürlich schwer, auseinander zu klamüsern, welche Verbesserungen durch das Absetzen der Pille eingetreten sind und welche durch die Therapie bedingt waren. Geschadet hat der Verzicht auf die hormonelle Verhütung aber definitiv nicht. Ich habe heute nur noch ausnahmsweise schlechte Tage und fühle mich in der Regel motiviert und energiegeladen. (Falls ihr depressive Verstimmungen bei euch bemerken solltet, kann ich euch allerdings wärmstens ans Herz legen, dass ihr euch damit an einen Psychologen oder Psychotherpeuten wendet, Pille hin oder her.)

Da kommen wir auch schon zu den positiven Konsequenzen des Absetzens: Erstens mal habe ich viel über mich gelernt. Ich spüre häufig, an welcher Stelle meines Zyklus ich mich befinde und erkenne viele Anzeichen für bestimmte Zyklusphasen an körperlichen und psychischen Veränderungen, die ich jeden Monat durchlebe. Meine Menstruation kam direkt nach dem Absetzen in 7 von den 8 vergangenen Monaten auf den Punkt genau so, wie ich es mir ausgerechnet habe. Daran hat sich also im Vergleich zur hormonellen Verhütung absolut nichts geändert. An zwei Tagen bevor meine Menstruation einsetzt, fühle ich mich trauriger, irgendwie unvollkommen und hilfloser als im restlichen Monat. Wenn ich das spüre schaue ich meist nur noch kurz auf das Datum und kann mir direkt erklären, womit meine Stimmung zusammenhängt. Das gibt mir unheimlich viel Sicherheit! Mit der Pille haben sich meine Stimmungsschwankungen schon manchmal auf 7 Tage vor Einsatz der Menstruation hingezogen und kamen auch dabei deutlich unregelmäßiger und in sehr unterschiedlicher Intensität. Heute weiß ich (und auch mein Mann) genau, woran ich bin.

Auch die Dauer meiner Menstruation hat sich verändert. Verkürzt sogar! Ich hatte meine Blutungen immerschon nur 3 oder maximal 4 Tage. Heute habe ich sage und schreibe EINEN Tag mit einer starken Blutung und zwei Tage mit leichten bis sehr leichten Blutungen. Ich habe nicht eine einzige Zwischenblutung gehabt. Ich bin heute richtig stolz auf meinen Körper. Es ist manchmal als wollte er mir zeigen: Schau her, ich kann das mindestens genauso gut wie die Medikamente. Besser sogar!!!

Rundum kann ich sagen, dass ich das Absetzen bisher noch keine Sekunde bereut habe. Mir fällt eher immer wieder auf, wie fantastisch es ist, abends nicht mehr daran denken zu müssen, meine Tablette zu nehmen oder schreckliche Angst und Panik zu bekommen, wenn ich sie bei einem spontanen Ausflug mal nicht bei mir habe. Ich fühle mich freier!


Falls ihr noch Fragen zu meinen Erfahrungen habt, schreibt mir gerne hier unten im Kommentarfeld, bei Instagram unter @twicetheblog als DM oder unter dem Foto zum Beitrag (beides können dann sowohl Steffi als auch ich lesen) ODER direkt als DM an @celinehandschuh. Ich freue mich wie immer über euer Feedback!

Eure Celine


Quelle: https://generation-pille.com/pille-absetzen-tipps-tricks/